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Hornby, Kafka und der Streit im Bücherregal

Nachdem man unter Projektmanagement das Planen, Steuern und Kontrollieren von Projekten versteht, so kann man meinen schier endlos scheinenden Versuch Ordnung in meine Bücher zu bringen wohl als Projektmanagement sehen. Zwar nicht als sonderlich erfolgreich, wobei, bei näherer Betrachtung, die Messung des Erfolges in diesem Fall nicht eindeutig möglich ist.

Wie immer ist die Wahl der Strategie von entscheidender Rolle. Und hier beginnt auch schon das Dilemma, wenn auch eher philosophischer Natur. Wie ist es zu bewerten wenn man sich bei einer Sache von der Sache selbst beeinflussen lässt, oder anders formuliert: In wie weit hat eine Sache Einfluss auf den Umgang mit dieser? Im konkreten Fall: darf ich mich vom Inhalt eines Buches, in dem über die Sortiermöglichkeiten diskutiert wird steuern lassen wie ich meine Bücher anordnen soll?

Oder umgelegt auf mein tägliches Leben und mein Studium: Ist es Projektmanagement, wenn man mehrere Projekte innerhalb eines Semesters und vor allem teilweise gleichzeitig zu händeln versucht? Oder ist das PM auf nur ein Projekt beschränkt? Sozusagen jedes für sich abgeschlossen und jedes mit selbständigen Projektmanagement zu betrachten?

Um wieder auf mein Problem mit dem übervollen Bücherregal zu kommen: Lasse ich mich von dem hervorragenden Buch „High Fidelity“ von Nick Hornby beeinflussen (es wurde übrigens ebenso wunderbar verfilmt mit John Cusack und mit einem Soundtrack hinterlegt, der zum Niederknien ist) und wende ich die „perfekte“ Art an wie man sein Bücherregal zu sortieren hat bestimmt das Objekt um das sich alles dreht die Strategie? Oder um bildhaft zu sprechen: Wäre das Ganze ein junger Hund, so wäre er endlich ans Ziel gekommen auf der Jagd nach seinem Schweif und hätte ihn endlich erwischt?

Nun ich habe mich dazu entschlossen es der Hauptfigur von High Fidelity gleich zu tun und ordne meine Bücher autobiografisch. Und nur das kann mich aus diesem Dilemma führen: Gleiches Recht für alle! Wenn ich mich von einem Buch schon leiten lasse, so sollten zumindest die anderen Bücher auch zu ihrem Recht kommen und sich die Erinnerungen und Gefühle, die sie mir vermitteln in der (An-)Ordnung der Bücher im Regal widerspiegeln.
Die große Herausforderung, die jedes Projekt ins sich trägt ist der erfolgreiche Abschluss. So ist meine Arbeit von der Furcht getragen es möge mir doch nicht so ergehen wie Kafkas K. auf dem Weg ins Schloss, doch andererseits nährt mein Tun auch die Hoffnung es wird mir noch möglich sein, Geschriebenes in mich aufzusaugen wie in Ray Bradbury’s Fahrenheit 451.
(^sm)

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