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Wie super ist ein Super-GAU?

Orte der Begegnung wie Cafés oder Wirtshäuser sind doch der perfekte Platz um sozusagen allein unter Menschen  zu sein. Zeitung lesend, Gäste beobachtend, Luftschlösser bauend.

Dies in vollen Zügen genießend wurde ich durch eine Diskussion hellhörig.

Am Nebentisch wird wild gestikulierend politisiert und das Weltgeschehen einander erklärt. Natürlich wird die Natur- und die daraus resultierende Kraftwerkskatastrophe in Japan beleuchtet. Und wie es so ist bei Diskussionen: es bilden sich Hierarchien.

Im Gegensatz zum Projektmanagement wo es Projektleiter und Projektmitarbeiter gibt, deren Aufgaben und Verantwortungen  klar definiert und für den erfolgreichen Abschluss eines Projekts von existenzieller Bedeutung sind,  kristallisierte sich ein Diskussionsleiter heraus, der plötzlich, ohne lange Abstimmung oder erkennbare Bestimmung zum Fachmann des jeweiligen Themas erkoren wurde.

In diesem speziellen Fall wurde der „Japanologe“ am Nachbartisch als solcher identifiziert nachdem er kundtat schon im Land der aufgehenden Sonne gewesen zu sein. Allein diese Tatsache führte dazu, dass nun allerlei Fragen auf ihn niederprasselten und nur durch seine Antworten befriedigend Beiseite gelegt werden konnten. Durch diese Erhebung zum „Projektleiter“ fühlte sich dieser aufgefordert sein Wissen dem Stammtischplenum mitzuteilen. Auffallend war, dass die eigentliche Tragödie, die ja Anstoß des Gespräches war, in den Hintergrund rückte und nunmehr philosophiert wurde, wenngleich das Niveau zu keiner Zeit die Höhe der Tischplatte übertraf.

Wie es denn sein kann, dass ein Super GAU super sein kann, wollte er von seiner Zuhörerschaft wissen, ohne wirklich eine Antwort zu erwarten,  wenn doch super eine Form der Steigerung ist, GAU jedoch Größter Anzunehmender Unfall bedeute und somit nichts größer sein kann als das Größte. Zustimmendes Nicken und leichtes Murmeln ging durch die Reihen.

Darüber hinaus, fragte er, warum denn Radioaktivität niemals verschwinde? Fragende Blicke der gespannten Zuhörer ließen ihn fortfahren. Die Halbwertszeit eines Stoffes beträgt zum Beispiel 50 Jahre. Das bedeute doch, dass nach 50 Jahren nur mehr die Hälfte der Radioaktivität vorhanden ist und somit muss nach weiteren 50 Jahren der Rest weg sein. Wieder erntete er bewundernde Blicke.

Als jedoch ein anderer das Wort ergriff und über die potenzielle Gefahr der radioaktiv verseuchten Lebensmittel und hier im speziellen über den Verzehr von Fisch reden wollte, wurde dieser vom „Japanologen“  mit den Worten: „Ich mag ja keinen Fisch, und rohen schon gar nicht!“ abgetan.

Dies war für mich der Anstoss mir wieder meine eigenen Gedanken zu machen über Kaizen, Six Sigma und andere japanische Schlagwörter mit denen auf der Fachhochschule um sich und vor allem um uns geschmissen wird, um mir danach selbst   zu versprechen, das Buch „Wovon ich rede, wenn ich vom Laufen rede“ von Haruki Murakami wieder mal zur Hand zu nehmen und zu versuchen einen Blick über den Tellerrand zu werfen.

^SM

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